Hoffen auf die große Reuchlin-Resonanz

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Pforzheimer Zeitung vom 21.05.2022:

Zwei hochkarätige Veranstaltungen im Reuchlinjahr werfen ihre Schatten voraus.

Zwei Höhepunkte des Reuchlinjahrs: Der Vortrag am 28. Mai um 17 Uhr im CCP von Professorin Aleida Assmann und der Internationale Reuchlinkongress am 29. und 30. Juni, den Dr. Matthias Dall’Asta leitet, widmen sich mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln dem großen Humanisten. Welche Außenwirkung erhofft sich die Stadt davon?
Die Kulturamtsleiterin Angelika Drescher erklärt: „Aleida Assmann ist eine der profiliertesten Stimmen der Erinnerungs- und Gedenk-Kultur in Deutschland.“ Für ihr friedenskulturelles Engagement wurde die Anglistin gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Ägyptologen Jan Assmann, 2018 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhhandels in der Frankfurter Paulskirche geehrt. Kurz darauf veröffentlichte sie den Band „Menschenrechte und Menschenpflichten. Schlüsselbegriffe für eine humane Gesellschaft“. Darin sind zahlreiche Verbindungen zu Reuchlins Botschaften zu entdecken. Assmann gestalte mit ihrem Vortrag an Reuchlins Geburtstag den inhaltlichen Auftakt des Reuchlinjahres 2022, wenngleich coronabedingt einige Monate später als geplant. Der Titel ihres Vortrags „Wahr ist, was uns verbindet“ ist einem Zitat des Philosophen Karl Jaspers entlehnt. Die Stadt Pforzheim bewirbt die insgesamt 150 Veranstaltungen zum Reuchlinjahr 2022 mit einem Programmbuch, Pla-katen, über verschiedene Medien wie die Webseite, über Fachzeitschriften, über das Gästejournal des Tourismusverbands Schwarzwald, die FAZ und über die Kulturregion Nordschwarzwald, Rundfunk, Baden TV sowie gezielte Einladungen. „Wir erwarten eine große Resonanz, wenngleich die Menschen durch die Pandemie noch etwas ausgebremst sind,“ erklärt Drescher weiter.
Zusammengestellt worden sei ein „Programm für alle!“ – für Kulturinteressierte, für Wis-senschaftler, für „Zugewanderte“ sowie für Sportbegeisterte. Die Botschaften Reuchlins sollen auf diese Weise möglichst viele Menschen erreichen, Pforzheim soll als Reuchlin-stadt wahrgenommen werden. „Wir wollen die Marke Johannes Reuchlin mit dem Na-men der Stadt Pforzheim verbinden und überregional und international platzieren.“ Wie nachhaltig das Reuchlinjahr 2022 sein wird, werden die Verantwortlichen am 10. Dezember und in den folgenden Jahren auswerten. „Wir erwarten einen großen Impuls und Schub für das Reuchlingedenken in unserer Stadt, das breit aufgestellt, durch neue For-mate immer wieder angepasst und weiterentwickelt werden soll“, erklärt Drescher.
Durch den Festvortrag von Professor Assmann zum Thema „Bilder und Narrative“ werde zum einen eine ausgezeichnete und namhafte Kulturwissenschaftlerin mit ihrem Vortrag mit der Person Johannes Reuchlin verbunden und im kulturellen Gedächtnis festge-schrieben, zum anderen werde im Kongress eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fachleuten stattfinden. „Hier erwarten wir auf wissenschaftlicher Basis neue Erkenntnisse und Perspektiven. Grundsätzlich geht es um die Betrachtung von Reuchlin und seinen Botschaften im 21. Jahrhundert.“

Martina Schaefer , PZ