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Aufgrund einer Programmänderung  beginnt der Kongress am 01. Juli 2022 erst um 9 Uhr.

 

Phönix Reuchlin – Narrative und Bilder aus 500 Jahren

Mit der Etablierung der Reihe der Pforzheimer Reuchlin-Schriften (1961), der Einrichtung einer Reuchlin-Forschungsstelle (1994–2007) sowie bislang acht internationalen Kongressen (ab 1992) hat die Stadt Pforzheim im Verbund mit der Heidelberger Akademie der Wissenschaften die Dokumentation und Erforschung von Reuchlins Leben, Werk und Wirkung sowie seines humanistischen Umfelds weit vorangetrieben. Warum nun ein weiterer Kongress?
Am 30. Juni 2022 jährt sich der Todestag von Johannes Reuchlin zum 500. Mal. Erasmus von Rotterdam hat den Pforzheimer Humanisten mehrfach als einen Phönix bezeichnet, dem ganz Deutschland Verehrung zolle. In seinem 1522 verfassten Nachruf auf den Verstorbenen heißt es: »Johannes Reuchlin, jener berühmte dreisprachige Phönix der Gelehrsamkeit, hat das Zeitliche gesegnet.« An dieses Bild knüpft der Tagungstitel an. In der antiken Mythologie erreicht der Vogel Phönix ein Alter von 500 Jahren, um dann zu verbrennen und aus der eigenen Asche verjüngt wieder aufzuerstehen. Das Bild scheint also für eine Würdigung aus Anlass von Reuchlins 500. Todestag geradezu prädestiniert zu sein.

Ziel der mit namhaften Expertinnen und Experten unterschiedlicher akademischer Disziplinen besetzten Tagung ist es, die Ausprägungen und den Wandel der Reuchlin-Bilder durch die Jahrhunderte zu verfolgen und kritisch zu hinterfragen. Wieso galt der papsttreue Katholik als Vorkämpfer der Reformation? War Reuchlin nicht viel eher der Urvater einer säkularen Wissenschaft vom Judentum? Inwiefern war er ein Märtyrer, ein Held, ein Anwalt für den Dialog der Religionen? Die für Reuchlin zentralen Themen Judentum und Reformation sind dabei so gewichtig, dass die Beschäftigung mit den Reuchlin-Narrativen der letzten 500 Jahre nicht lediglich ein antiquarisches Interesse bedient. In der Abfolge der Reuchlin-Bilder wird vielmehr zugleich ein langes Kapitel europäischer Geschichte beleuchtet, das von Inklusion, Abgrenzung, Identifikation, Katastrophen und Neuaufbrüchen geprägt ist.

Die Vorträge und Diskussionen sind öffentlich.

Das vollständige Programm zum 9. Internationalen Reuchlin-Kongress:

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